Von Edge AI bis Smart Mobility: Künstliche Intelligenz treibt Wachstum der Elektronik-Branche voran
27. April 2026
- KI lässt Nachfrage nach leistungsfähigen Halbleitern steigen
- KI-gestützte Qualitätskontrolle und Industrieautomation helfen, Produktionsprozesse stabiler zu gestalten
- KI-Funktionen wandern direkt in Geräte, Sensoren und Systeme
Vom 10. bis 13. November 2026 trifft sich die internationale Elektronik-Branche auf der electronica. In diesem Jahr stellt die Weltleitmesse der Elektronik unter anderem das Thema Künstliche Intelligenz in den Fokus. Von Edge AI über AIoT bis hin zu Machine Learning – in München treffen Innovationsgeist, Schlüsseltechnologien und Industriekompetenz an einem Ort zusammen, um die Technologien von morgen vorzustellen, zu diskutieren und weiterzuentwickeln.
Künstliche Intelligenz (KI) reicht heute von Edge und Cloud AI über KI-gestützte Qualitätskontrolle in der Produktion und Robotik bis hin zu Smart Mobility. Längst hat sich KI zum strategischen Wettbewerbsfaktor entwickelt und hilft Unternehmen, Prozesse schneller, präziser und wirtschaftlicher zu gestalten. Gleichzeitig steigen allerdings die Anforderungen an die Datenqualität, IT-Sicherheit und die Integration in Prozesse und Produkte. Die Elektronik-Branche treibt den Wandel durch KI konsequent voran und stärkt damit ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit. „Sichtbar wird dieser Wandel im Rahmen der electronica, die Top-Entscheider und Entwickler aus aller Welt zusammenbringt und die gesamte Wertschöpfungskette der Elektronik abbildet“, erklärt Caroline Pannier, Exhibition Director der electronica.
Halbleiterbranche profitiert von KI-Boom
Aktuelle Studien bestätigen den Trend, dass KI zum zentralen Wachstums- und Innovationstreiber der Branche aufsteigt. So zeigt beispielsweise die Capgemini-Studie The semiconductor industry in the AI era, dass die Verbreitung von KI und generativer KI die Nachfrage nach Halbleitern in die Höhe treibt. Gleichzeitig rechnen nachgelagerte Industrien bis Ende 2026 mit einer um 29 Prozent steigenden Chipnachfrage. Eine Studie von McKinsey zeigt außerdem, dass Halbleitersegmente, die Bauteile für KI-Applikationen herstellten, von 2019 bis 2023 mit 21 Prozent jährlich wuchsen, während die Gesamtbranche lediglich 6 Prozent Wachstum erreichte.
Edge AI und AIoT werden zu Schlüsselfaktoren der Elektronik-Branche
Besonders relevant für die Elektronik-Branche sind derzeit die Trend-Themen Edge AI und AIoT, also der Einsatz künstlicher Intelligenz direkt am Gerät und in vernetzten Systemen. Beide Ansätze ermöglichen es, Daten in Echtzeit dort zu verarbeiten, wo sie entstehen, etwa in Sensoren, Steuerungen oder Embedded-Systemen. Das reduziert Latenzen, entlastet die Cloud und verbessert den Datenschutz, die Energieeffizienz sowie die Ausfallsicherheit.
Gleichzeitig gewinnt KI in der Industrieautomation und Robotik stark an Bedeutung, vor allem im Bereich der KI-gestützten Qualitätskontrolle. Mit dem automatisierten Erkennen kleinster Abweichungen und Fehler auf Bauteilen, Leiterplatten oder in Produktionsprozessen lassen sich Ausschuss reduzieren, Prüfprozesse beschleunigen und Produktionslinien stabiler betreiben. Ein weiterer Schwerpunkt ist KI auf Mikrocontrollern: Fortschritte bei TinyML und optimierten Embedded-KI-Modellen machen es möglich, selbst auf ressourcenbegrenzter Hardware intelligente KI-Funktionen bereitzustellen.
Mit KI Hardware und Software näher zusammenbringen
Auf der electronica 2026 zählen Infineon, STMicroelectronics und NXP Semiconductors zu den besonders relevanten Ausstellern im KI-Umfeld. Infineon treibt vor allem Edge-AI- und IoT-Lösungen für intelligente, energieeffiziente Geräte voran. STMicroelectronics verbindet Embedded Processing, Edge AI und mobilitätsnahe Anwendungen. NXP Semiconductors zeigt, wie sich Lösungen für Automotive, Industrial & IoT und Kommunikationsinfrastruktur in Embedded-Systeme, Mikrocontroller und Mikroprozessoren integrieren lässt. Gerade im Automotive-Umfeld rückt das AI-Defined Vehicle (AIDV) in den Fokus: ein Fahrzeug, in dem KI nicht nur einzelne Funktionen optimiert, sondern Wahrnehmung, Assistenz, Interaktion und Fahrverhalten vermehrt mitprägt. Gemeinsam machen diese Unternehmen deutlich, dass KI zunehmend direkt in Sensoren, Embedded-Systeme und industrielle Anwendungen integriert wird.
Ergänzt wird dieses Halbleiterumfeld durch klassische Embedded-Anbieter wie Advantech und Kontron, die KI stärker in die praktische Anwendung überführen. Advantech beschreibt sein Portfolio ausdrücklich als Grundlage für AIoT-Lösungen – vom Sensorknoten über Embedded-PCs und Gateways bis hin zu IoT-Cloud-Plattformen. Kontron adressiert mit seinem erweiterten IoT- sowie industriellen Steuerungs- und Kommunikationsportfolio den kompletten Bogen von Modulen bis zu kompletten Systemen inklusive Software. Hiermit schaffen beide Unternehmen die infrastrukturellen Voraussetzungen, um KI-basierte Lösungen in industriellen Umgebungen zuverlässig, vernetzt und skalierbar zu betreiben.
Eine Plattform, die Embedded Computing, Edge-Technologien und IoT sowie Entwickler, Entscheider und Systemarchitekten miteinander verbindet, ist das edge lab LIVE, das in diesem Jahr auf der electronica Premiere feiert. Es verbindet aktuelle Embedded-Technologien mit der praktischen Umsetzung und macht Edge-Umgebungen für Besucher interaktiv erlebbar.
Wissenstransfer und Networking
Auf der electronica 2026 zeigen rund 3.500 Aussteller aus etwa 60 Ländern ihre zukunftsweisenden Anwendungen und Lösungen, die den Weg in die All Electric Society ebenen. Besucher können sich in 18 Hallen auf dem Münchner Messegelände aus erster Hand über alle Themen rund um Edge AI, AIoT und Co. informieren. Ergänzend dazu trägt ein hochkarätiges Rahmenprogramm mit einem Executive Event mit CEO-Roundtable, Fachvorträgen oder Networking-Events zum Wissenstransfer bei. Auch die zahlreichen Foren wie das IIoT- oder das Circular-Economy-Forum laden zum offenen Diskurs ein. Parallel bietet die SEMICON Europa in zweieinhalb Hallen Einblicke in die komplette Wertschöpfungskette der Halbleiterindustrie.
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