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Automatisierung in der Elektronikindustrie

Speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) sind das zentrale Nervensystem der Automatisierung in der Fertigung. Dort bewegen sie sich ausgestattet mit moderner Elektronik mittlerweile auf dem Niveau leistungsfähiger Industriecomputer.

Speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS; englisch: Programmable Logic Controller, PLC) spielen in der Elektronikindustrie für die Automatisierung von Produktionsprozessen eine entscheidende Rolle. Sie erlauben es Unternehmen, auf Veränderungen in der Nachfrage oder Technologie schnell zu reagieren und gleichzeitig die Qualität der Produkte sicherzustellen. Weitere wichtige Anwendungen finden sich in der Gebäudeautomatisierung, Energieerzeugung oder Verkehrssteuerung.

Robustheit, Reaktionszeiten im Millisekundenbereich, lange Lebenszyklen, IT-Sicherheit und nicht zuletzt die millionenfach installierte Hardwarebasis sprechen auch in Zukunft für die SPS. Außerdem erfüllen moderne Systeme zunehmend Anforderungen an IT-Funktionalität (OT meets IT), Maschine-zu-Maschine-Kommunikation (M2M), Datenaustauschstandards (OPC UA), Cybersicherheit, an die Integration von Cloud- und Edge-Funktionalitäten sowie an eine intelligente Informationsverarbeitung.

Das Funktionsprinzip von speicherprogrammierbaren Steuerungen hat sich dabei seit der Einführung nicht geändert. Sie empfangen Eingangssignale (Sensoren, Schalter, etc) von Anlagen und Maschinen, verarbeiten diese sequentiell und zyklisch anhand einer programmierten Logik (typischerweise im Millisekunden-Takt) und aktivieren mit den Ergebnissen schließlich entsprechende Ausgangssignale für Aktoren wie Motore, Ventile und Relais.

SPS-Markt mit stetigem Wachstum

Die Analysten von Mordor Intelligence prognostizieren für die globale SPS-Industrie eine Zunahme von 11,75 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr auf 14,46 Milliarden US-Dollar bis 2028 bei einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum (CAGR) von 4,23 Prozent. Die IMARC Group erwartet im selben Jahr einen Umsatz von 20,2 Milliarden US-Dollar.

Den europäischen SPS-Markt schätzt Mordor Intelligence 2023 auf 3,41 Milliarden US-Dollar. Bis 2028 soll er mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 3,29 Prozent (CAGR) auf 4,01 Milliarden US-Dollar ansteigen. Europas höhere Investitionen in industrielles IoT (IIoT) führten dazu, dass der Kontinent seinen Vorsprung vor den Vereinigten Staaten und Asien bislang behauptet hat. Digitalisierung und Industrie 4.0 trieben außerdem den Einsatz von Automatisierung zur Verbesserung der Produktionsprozesse in den europäischen Industrien erheblich voran.

Die Region Asien-Pazifik verzeichnet den Analysten zufolge voraussichtlich das höchste Wachstum. Allen voran China, wo sich der Fertigungssektor im Rahmen von IIoT und Industrie 4.0 einem raschen Wandel unterzieht. Diese groß angelegte Transformation wird das Land weltweit in eine der führenden Positionen auf dem SPS-Markt bringen.

In Indien treiben dagegen Initiativen der Regierung die Fabrikautomatisierung und den Einsatz von SPS-basierten Systemen voran, um den Anteil des verarbeitenden Gewerbes am BIP zu erhöhen.

electronica bedient den SPS-Markt

Der SPS-Markt ist hart umkämpft und besteht aus mehreren relevanten Akteuren. Was den Marktanteil betrifft, dominieren derzeit nur wenige „Große“. Dazu gehören auch Aussteller der letzten electronica wie ABB, Schneider Electric Se, Siemens AG oder Omron. Unzählige andere Aussteller wie Analog Devices, NXP, Infineon, Renesas, Micron Technology oder Maxim Integrated liefern zudem spezifische Halbleiterlösungen für speicherprogrammierbare Steuerungen.

Die versprechen in Zukunft mit Innovationen und neuen Technologien die Automatisierung branchenübergreifend zu revolutionieren. Ob IIoT-Integration, Edge Computing oder KI-Anwendungen und erhöhte Cybersicherheit - SPS werden leistungsfähiger, intelligenter und vernetzter. Und Unternehmen kommen in Zukunft nicht daran vorbei, mit diesen aufkommenden Trends Schritt zu halten, um das volle Potenzial der SPS-Technologie auszuschöpfen.