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Künstliche Intelligenz im Ingenieur-Alltag

Der Stellenwert von KI im Alltag von Ingenieuren ist immer noch gering. Eine VDI-Umfrage zeigt dabei eine erstaunliche Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität.

Ingenieure kommen heute an fast allen Stellen ihres Berufsalltags mit Künstlicher Intelligenz in Berührung, so denkt man. Autonomes Fahren, Industrie 4.0, aber auch klassischer Maschinenbau oder Medizintechnik – KI ist doch Alltag geworden.

Der Statusreport “Künstliche Intelligenz im Ingenieuralltag – Erwartungen und Realität” des VDI zeichnet ein anderes Bild. Verglichen mit den Ergebnissen einer Umfrage aus 2018 erfüllten sich die Erwartungen an die KI-Nutzung nicht. Die Corona-Krise mit ihren nicht wenigen Herausforderungen lenkte die letzten beiden Jahre sicher von anderen Themen ab. Anderseits wäre zu erwarten gewesen, dass die durch die Pandemie forcierte Digitalisierung auch einen Schub für KI-Methoden und -Anwendungen ausgelöst hätte. Dem war jedoch nicht so. Der aktuelle Stellenwert von künstlicher Intelligenz im Ingenieur-Alltag kann als gering beziffert werden.

Selbst in den Medien findet KI nach einer hochfrequenten Berichterstattung in den Jahren 2018 und 2019 nur noch sporadisch statt. Einen ähnlichen Trend beobachtet die VDI-Studie bei den Unternehmen. Nur etwas mehr als ein Drittel der Befragten gab an, dass KI-basierte Produkte oder Dienstleistungen vom eigenen Unternehmen angeboten werden.

Und wenn KI-Nutzung, dann hauptsächlich im Rahmen der Datenanalyse, gefolgt von vorausschauender Instandhaltung, Qualitätsmanagement und Assistenzsystemen. Automatisiertes Fahren bietet wie schon 2018 das größte Potenzial abseits der industriellen Produktion. Danach kommen die Assistenzrobotik, Diagnostik und Anwendungen im Verkehr.

KMU hinken Großunternehmen hinterher

Allerdings beeinflusst die Unternehmensgröße die Einschätzung der Studienteilnehmer zum Teil ganz erheblich. So gaben Befragte von Großunternehmen zu 29,5 Prozent an, bereits Hardwareprodukte mit KI-Modulen anzubieten, KMU kommen gerade einmal auf 1,8 Prozent. Bis 2027 traut man sich hier immerhin einen Sprung auf 18,5 Prozent zu. Ähnliches gilt für KI-basierte Dienstleistungen. Die Studie zeigt, dass KMU bisher kaum in KI investiert haben, dies aber in den nächsten fünf Jahren deutlich ändern wollen.

Unternehmen, die KI bereits einsetzen, nennen als größte Hemmnisse eine unzureichende Datengrundlage, danach den Implementierungsaufwand und fehlendes Know-how. Die Kosten spielen erstaunlicherweise nur eine untergeordnete Rolle. Bei „KI-freien“ Unternehmen führt fehlendes Wissen die Mängelliste an.

Dabei steigt die Zahl derer, die sich KI-Kenntnisse bereits im Studium aneignen. Die meisten Hochschulen bieten vor allem in den Fakultäten der Informatik Vorlesungen zum Thema an, die zudem auf wachsendes Interesse stoßen.

Aus Sicht der vom VDI Befragten spielen Ingenieure eine wichtige Rolle im Umfeld der KI. Schließlich verantworten sie in der Regel die Anbindung von technischen Systemen zum realen Prozess. Die anstehenden Herausforderungen bei der Anwendung können Ingenieurwesen und Informatik jedoch nur gemeinsam lösen.

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