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Gehaltsreport Elektrotechnik 2021: Covid dämpft die Erwartungen

Die Pandemie erstickt so manchen Wunsch nach mehr Geld im Keim. Dafür erleben im Arbeitsverhältnis „alte“ Tugenden einen neuen Frühling.

Auch 2020 zählten Ingenieure neben Ärzten, Juristen, und Bankern zu den Top-Berufen. Besonders hierzulande genießen sie nach wie vor hohes Ansehen, stehen sie doch für Innovationen und Qualität „Made in Germany“. Das spiegelt sich natürlich im Gehalt wider. So landeten laut dem Gehaltsreport 2021 der Jobbörse StepStone bei Ingenieuren durchschnittlich 62.564 Euro in der Lohntüte.

Dabei verdienten Arbeitnehmer in Süddeutschland überdurchschnittlich gut. Am besten zahlten die Unternehmen in Hessen mit im Schnitt 60.936 Euro, gefolgt von Baden-Württemberg (60.182 Euro) und Bayern (60.013 Euro). Diese Verteilung deckt sich auch mit den Top 3 der Großstädte: Frankfurt am Main (66.529 Euro) auf Platz eins vor Stuttgart (66.174 Euro) und München (65.164 Euro).

Mit der Digitalisierung und „Smartisierung“ nahezu aller Lebens- und Arbeitsbereiche steigt besonders die Nachfrage nach Elektro- und IT-Ingenieuren. Die erlebte zwar aufgrund der Coronakrise einen deutlichen Dämpfer, wird aber in Zukunft verlorenes Terrain wieder zurückgewinnen - so der VDI. Denn aus Altersgründen verlassen jährlich über 62.000 MINT-Akademiker den Arbeitsmarkt, und Abbrecherquoten von 40 Prozent in dem Bereich verknappen das Angebot zusätzlich.

Gehaltssteigerungen legen eine Pause ein

Einkommenssteigerungen fielen dem diesjährigen Gehaltsreport der Personal- und Unternehmensberatung Interconsult zufolge in allen Branchen geringer aus als die Jahre zuvor. Mit über drei Prozent verzeichneten im letzten Jahr die Bereiche Netzwerktechnologie, gefolgt von IT/MIS (Management-Informationssystem), EDA (Electronic Design Automation) und Medizinelektronik noch die größten Lohnzuwächse. Geschrumpfte Boni und Kurzarbeit spielen da eine Rolle. Manche Unternehmen senkten zudem generell die Arbeitszeit, um Arbeitsplätze zu halten. Über allem „regiert“ eben die Corona-Pandemie, die jedoch nicht alle gleichermaßen trifft. So profitieren einige Unternehmen etwa vom Digitalisierungsschub, während andere wie die der Automobilzulieferindustrie besonders leiden.

In vielen Unternehmen werden deshalb Gehaltsgespräche dieses Jahr wohl über alle Branchen hinweg verschoben, denn eine belastbare Umsatzentwicklung ist zum jetzigen Zeitpunkt kaum möglich. Konjunkturprognosen sehen ein katastrophales erstes Quartal 2021, das zweite könnte Richtung Sommer schon eine leichte Besserung erfahren, in Q3 sollen dann die Zeichen auf Erholung stehen, und das vierte Quartal dürfte sogar sehr gut ausgehen.

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Trumpfkarte Loyalität

Jetzt heißt es erst einmal die Krise gemeinsam meistern und Veränderungen vermeiden, die sich im Nachhinein als schmerzhaft herausstellen könnten. Deshalb wird man wahrscheinlich aus Jahresgesprächen – so sie denn stattfinden - ohne größere Gehaltserhöhungen kommen. Zudem dürften sich in dieser prekären Lage überzogene Forderungen zukünftig negativ auswirken. Lieber zum jetzigen Zeitpunkt Loyalität signalisieren und Gehaltsforderungen auf bessere Zeiten verschieben. Und die werden kommen, mit den typischen Nachholeffekten beim Gehalt und bei der Personalsuche. Genau dann ist der richtige Zeitpunkt für Gespräche.

Knowledge Base

Interconsult Gehaltsvergleich 2021 für die deutsche Hi-Tech-Industrie
https://www.interconsult.de/de/gehaltsvergleich/index.php

Stepstone: Gehaltsreport 2021
https://www.stepstone.de/wissen/gehaltsreport-2021/

VDI-/IW-Ingenieurmonitor 3. Quartal 2020
https://www.vdi.de/ueber-uns/presse/publikationen/details/vdi-iw-ingenieurmonitor-3-quartal-2020

VDI: “Ingenieureinkommen 2002-2019”
https://www.ingenieur.de/gehaltsstudie/

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