5 Fehler beim Recruiting

Eine Fehlrekrutierung kostet Unternehmen mitunter zwischen 6 und 18 Monatsgehälter. Nehmen Sie sich also besser die Zeit, um sich überlegt und klug bei ihren Kandidaten zu bewerben.

Heute müssen sich Unternehmen immer häufiger bei den Kandidaten bewerben. Und das gelingt, indem sie vor allem wertschätzend und anständig vorgehen. Trotzdem kommt es nicht selten zu grundsätzlichen Fehlern.

1. Kein Standard-Recruiting

Oft gibt es keine durchdachten, einheitlichen Prozesse, keine Personalpolitik, geschweige denn zeitgemäßes Rekrutierungswissen und dazu passende digitalisierte, sinnvolle Instrumente. In einigen Firmen herrscht noch die Meinung: „Personal kann jeder“. Also gehen sie so vor, wie es ihnen ihr Bauchgefühl sagt.

2. Kein konkretes Anforderungsprofil

Anforderungsprofile sind nötig, denn darin hält der Vorgesetzte fest, welche Kriterien die Idealperson haben müsste in Bezug auf Fach-, Methoden- und Persönlichkeitskompetenz. Das Anforderungsprofil kann der Personaler allein nicht erstellen, denn nur die Führungskraft weiß letztlich, wer fachlich und persönlich das Team am besten ergänzt.

3. Anforderungen werden nicht gewichtet

Ein Beispiel: Die passende Person in der Verkaufssachbearbeitung sollte Verhandlungsgeschick mitbringen. Völlig vergessen wird jedoch, diese Fähigkeit im Vorfeld zu klassifizieren. Muss oder kann der neue Sachbearbeiter verhandlungsgeschickt sein? Damit die Bewerberauswahl erfolgreich ist, muss der Vorgesetzte genaue Angaben machen. Solange man sich hier jedoch in vagen Formulierungen verfängt, klappt es nur mit viel Glück.

4. Ungenaue Stellenausschreibung

Das Kopieren alter Stelleninserate führt in den seltensten Fällen zu zielgenauen Anzeigen. Ebenso entscheidet die Wahl des passenden Kanals - Fachzeitungen, Webseiten, Online-Portale, Social Media, Headhunter, Direktansprache, Videos oder Messen – über Erfolg und Misserfolg. Und jedes Medium und jede Zielgruppe erfordert eine spezifische Vorgehensweise. Wer etwa die Generation Z ins Auge fasst, sollte vielleicht weniger auf gute Sozialleistungen hinweisen, als vielmehr die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten in den Vordergrund stellen?

5. Intransparenter Prozess

Es findet keine transparente und verbindliche Kommunikation über den Ablauf des Bewerbungsprozesses statt. Der Bewerber geht aus dem Gespräch und hat keine klare Vorstellung über die weitere Vorgehensweise. Kein Wunder, wenn er zwischenzeitlich bei einer anderen Firma mit „durchsichtigeren“ Abläufen zusagt.

Autorin

Diana Roth

Buch: Vertraue dem Misstrauen