13. September 2018

Medical Electronics – Die digitale Medizin

Die Gesundheitsbranche befindet sich in einem dramatischen Wandel. Von der Prävention über die Diagnose bis hin zur Therapie bestimmen zunehmend digitale Lösungen die „Patientenreise“. Medizin 4.0 gelingt dabei nur interdisziplinär an der Schnittstelle von Medizin und Ingenieurwissenschaften. Als ideale Plattform dafür bietet sich nun erstmals die electronica Medical Electronics Conference (eMEC) mit ihrem innovativen Veranstaltungs- und Raumkonzept am 15. November 2018 an.

Elektronik ist von zentraler Bedeutung für Innovationen in der Medizintechnik. Schon in der Vergangenheit sorgte sie für lebenswichtige Entwicklungen wie etwa die von Röntgenapparaten oder Herzschrittmachern. Durch die fortschreitende Digitalisierung des Gesundheitswesens mit Vernetzung, intelligenter Datenanalyse und Telemedizin wird sie nun allgegenwärtig. Das sorgt für weiteres Marktwachstum, zusätzlich befeuert durch weltweit alternde sowie wachsende Gesellschaften und die zunehmende Individualisierung der Medizin.

So erwartet Global Market Insights für den weltweiten Medizinelektronikmarkt bis 2024 bei einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum (CAGR) von 12 Prozent einen Umsatz von 148 Milliarden US-Dollar. Mit medizinischen IoT-Geräten sollen bis 2023 laut marketsandmarkets bei einem CAGR von 25 Prozent knapp 64 Milliarden US-Dollar umgesetzt werden. Und die selben Analysten prognostizieren für den globalen eHealth-Markt bis 2023 etwas über 132 Milliarden US-Dollar.

Neben den Chancen bestehen allerdings auch eine Reihe nicht zu unterschätzender Risiken. So wird die Marktkonzentration, aber auch die Konkurrenz aus den Emerging Markets weiter zunehmen. Und branchenfremde IT-Giganten wie Google und Apple sind auf dem Sprung, in den ersten Gesundheitsmarkt vorzustoßen, denn viele Innovationen werden künftig daten- und softwaregetrieben sein. Dazu stellen regulatorische Anforderungen hinsichtlich der Markt- und Produktzulassung wie etwa die novellierte EU-Medizinprodukteverordnung eine Wachstumsbremse sowie einen erheblichen Kostenfaktor dar. Nicht zuletzt entstehen durch die Vernetzung über das Internet (IoT) erhebliche Sicherheitsrisiken.

Auf der electronica finden all diese Themen Eingang auf der erstmals ausgetragenen electronica Medical Conference (eMeC) und auf dem Medical Electronics Forum.

electronica Medical Electronics Conference (eMEC) – die Premiere
Das Highlight-Thema Medizinelektronik bekommt erstmals ab 2018 eine eigene Konferenz (15. November, ICM – Internationales Congress Center München). Auf ihr diskutieren Ärzte und Vertreter der Elektronikbranche über die Medizin der Zukunft. Das Themenspektrum reicht dabei von Smart Medical Devices, Cloud Computing, Datensicherheit und –souveränität über Blockchain-Technologien, Collaborative Robots und Smart Contracts bis hin zu Usability, Künstliche Intelligenz, Telemedizin und Medizin 4.0.

Neben klassischen Keynotes und Vorträgen laden auf der electronica Medical Electronics Conference (eMEC) innovative Diskussionsformate zum interdisziplinären Dialog ein:

  1. Podiumsdiskussionen mit aktiver Beteiligung des Publikums bieten die perfekte Plattform für einen kontroversen und ergebnisorientierten Dialog.
  2. Openspace-Diskussionen – intensive Diskussionen in kleinen Gruppen – folgen keinem „Skript“; Prozess und Ergebnis sind bis zum Schluss offen.
  3. „Date a Problem“ ist das Motto, wenn Ärzte und Ingenieure vor Ort Probleme ausgiebig diskutieren und gemeinsam Lösungen finden.
  4. Bei „Pro&Con“ gehen zwei Personen in einen öffentlichen Schlagabtausch. Wer hat die besseren Argumente? Das entscheidet das Publikum durch ein digitales Voting!

Medical Electronics Forum – Wearables total
Auf dem Medical Electronics Forum (Halle C3, Stand 534 – 16. November, vormittags) dreht sich alles um Wearables. Denn sie werden auf den Gesundheitsbereich und die medizinische Versorgung einen enormen Einfluss haben. So erlauben sie etwa - vernetzt mit dem Internet – Ärzten, den Gesundheitszustand von Patienten aus der Ferne zu überwachen und chronisch Kranke permanent zu versorgen. Und ältere Menschen bleiben mit Wearables länger in ihrem gewohnten Umfeld selbstständig. Zusätzlich trägt die intelligente Analyse der Daten zur Verbesserung des Gesundheitssystems bei.

Medical electronics – die Aussteller
Medizinische Produkte und Services finden sich in der Hauptsache in den Ausstellungsbereichen Embedded Systems, Sensorik, Leiterplatten und andere unbestückte Schaltungsträger, Wireless, Stromversorgungen sowie Mikro- und Nanosysteme.

So bietet der MEMS-Marktführer Bosch Sensortec (Halle C3 Stand 522) eine Reihe von Sensoren für Wearable-Applikationen, die Vitalparameter permanent messen.

Analog Devices (Halle C4 Stand 111) zeigt implantierbare MEMS-Trägheitssensoren mit ultraniedrigem Energieverbrauch. Damit lassen sich etwa Patienten mit erhöhtem Sturzrisiko überwachen.

Der weltweit kleinste Differenzdrucksensor von Sensirion (Halle B3 Stand 417) spielt in smarten Inhalatoren eine wichtige Rolle in der modernen Therapie.

Mektec (Halle B4 Stand 530) stellt die für medizinische Geräte unentbehrlichen flexiblen Leiterplatten her. Sie sind extrem dünn, leicht, hochbelastbar und im Reinraum gefertigt.

Mit dem Mikrosensorsystem vom Fraunhofer IMS (Halle C3 Stand 409) können Patienten mit Grünem Star über einen implantierten Sensor berührungslos ihren Augeninnendruck und die Temperatur messen.

Der Heinz Nixdorf-Lehrstuhl für Biomedizinische Elektronik (Halle B5 Stand 450) ist die erste Anlaufstelle für die Entwicklung personalisierter, telemedizinischer Lösungen sowie für Mini-Labors auf plastikkartengroßen Kunststoffsubstraten (Lab-on-a-Chip).

Die Hahn-Schickard-Gesellschaft (Halle A1 Stand 443) hat für das medizinische Verfahren der Distraktionsosteogenese einen High-Tech-Schraubendreher mit integrierter Sensorik entwickelt, mit dem Patienten selbstständig Einstellungen vornehmen können.

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