AIoT: Künstliche Intelligenz trifft auf IoT

IoT ist gut, Iot mit KI um Längen besser. Denn erst durch den Einsatz künstlicher Intelligenz entsteht aus dem Daten-Tsunami die Grundlage für informierte Entscheidungen.

Das Internet der Dinge und die künstliche Intelligenz beherrschten in der Vergangenheit die Schlagzeilen meist getrennt voneinander. Mittlerweile setzt sich jedoch die Erkenntnis durch, dass sie wohl nur als Tandem ihre vollmundigen Versprechen auf mehr Innovation, Produktivität und Wettbewerbsvorteile einlösen können. Denn KI braucht Daten und der enormen Menge an IoT-Daten ist ohne KI nicht Herr zu werden. Deshalb vermählen sich KI (englisch: AI) und IoT im nächsten Schritt und firmieren unter der Bezeichnung „AIoT“ (Artificial Intelligence of Things).

Für Unternehmen macht die „Hochzeit“ Sinn. Mehr noch: Sie ist unumgänglich. Denn, nur wer in Zukunft IoT und KI konsequent zusammen denkt, ist in der Lage aus den anfallenden, enormen Datenmengen einen wirklichen Mehrwert zu gewinnen.

Laut Gartner soll KI bis 2022 in über 80 Prozent unternehmensweiter IoT-Projekte eingebunden sein. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die IDC-Studie „AI + IoT: How IoT leaders are breaking away“. Demnach sehen 90 Prozent der im Auftrag von SAS, Deloitte und Intel weltweit befragten Führungskräfte, die KI bereits in großem Maßstab einsetzen, ihre Erwartungen bei IoT-Projekten übertroffen. Zudem zeigen die Ergebnisse, dass die Kombination von KI und IoT (AIoT) die Wettbewerbsfähigkeit– gemessen an der Mitarbeiterproduktivität, Innovationskraft und den operative Kosten - im zweistelligen Prozentbereich erhöht.

Ein Drittel der Befragten nannte dabei Umsatzwachstum als wichtigstes Ziel für die AIoT-Nutzung. Gefolgt von der Steigerung allgemeiner Innovationsfähigkeit (17,5 Prozent), dem Entwickeln neuer digitaler Kundenservices (14,3 Prozent) und dem Senken operativer Kosten (11,1 Prozent).

AIoT-Anwendung lieferten der Studie zufolge signifikante positive Ergebnisse nach zwölf bis 24 Monaten insbesondere in den Bereichen Kostensenkung (85 Prozent), höhere Mitarbeiterproduktivität (87 Prozent) und „verschlankte“ Prozesse (86 Prozent).

Insgesamt zeigt die Studie, dass AIoT eine größere Rolle beim Planungsprozess spielt als erwartet. Die Auswertung der Sensordaten durch KI macht dabei den Weg frei für komplexere und schnellere Entscheidungen, was sich letztlich positiv auf die Geschäftsergebnisse auswirkt. Der Fokus verschiebt sich zudem von rein operativen Fragen hin zu Themen rund um Supply Chain und Nachfrageplanung, Produktqualität oder der Vermarktung von Handelsgütern.

Smart mit AIoT

AIoT wird außerdem der „vernetzten“ Fabrik endlich zum Durchbruch verhelfen. Nach einem anfänglichen Hype scheint deren Entwicklung ins Stocken geraten zu sein. Einzig „Predictive Maintenance“ - die vorausschauende Wartung- stieß als Paradebeispiel für IoT-Anwendungen auf breitere Resonanz. Damit ist jedoch das Potenzial von IIoT (Industrial Internets of Things) längst nicht ausgeschöpft.

Studien legen nahe, dass der größere Hebel in der Feinjustierung von Fertigungsketten mithilfe von KI liegt. Etwa bei der Optimierung von Prozessen im laufenden Betrieb mit Hilfe der Maschinen- und Sensordaten (Temperatur, Vibration, Geräusche). Durch die effizientere Nutzung der Maschinen sinken die Produktionskosten und gleichzeitig steigt die Wettbewerbsfähigkeit über die gesamte Lieferkette.

Allerdings „stecken“ die meisten Unternehmen bislang noch in der ersten Phase der IoT-Nutzung, mit dem Ziel die laufenden Prozesse „sichtbar“ zu machen. Erst der nächste Schritt geht in Richtung Effizienz- und Produktivitätssteigerung. In zehn bis 15 Jahren allerdings wird dann kaum mehr ein Fabrikprozess ohne künstliche Intelligenz auskommen. Schließlich sind erfolgreiche IoT-Projekte in den meisten Fällen eigentlich AIoT-Projekte.

Knowledge Base

IDC: „AI + IoT: How IoT leaders are breaking away“

https://www.sas.com/sas/offers/19/aiot-how-iot-leaders-are-breaking-away.html

SAS Whitepaper: „The Artificial Intelligence of Things: From smart connected devices to artificially intelligent things, services and experiences“

https://www.sas.com/sas/offers/19/artificial-intelligence-of-things-110060-emea.html

Crisp Research : „IoT – Make or Buy. Wie deutsche Unternehmen IoT-Plattformen und Projekte umsetzen und betreiben“

https://www.lufthansa-industry-solutions.com/de-de/studien/crisp-research-studie-iot-2019